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Aus Liebe zu Jesus


Muslim geworden


Simon Alfredo Caraballo


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Danksagung


Allah bin ich tief verbunden, mir große Geduld im Laufe meines Lebens geschenkt zu haben. Das bezieht sich in erster Stelle auf die letzten Jahre, in denen ich als Muslim ständig spürte, wie isoliert ich ohne gläubige muslimische Freunde in Venezuela leben musste. In dieser sehr schwierigen Zeit stand mir lediglich meine muslimische Ehefrau bei. Ohne Allahs Hilfe hätte ich dieses Buch sicherlich nicht verfassen können.


Ich möchte mich in erster Linie bei meinem ältesten Sohn sehr herzlich dafür bedanken, dass er mir dabei half, die islamische Botschaft weiter zu vermitteln. Der aufrichtige Dank gilt auch meiner Tochter für ihre Geduld, aber vor allem für ihr Verständnis, dass ich ständig aus großer Beschäftigung mit dem Buch kaum Zeit für sie hatte. Jedes Mal suchte sie das Gespräch mit mir; jedoch fand mich im Arbeitszimmer, wo ich mich auf das Buch voll konzentrierte. Daraufhin sagte sie mir: „Vati, du bist noch sehr beschäftigt“, dann verließ sie ganz leise den Raum, um mich nicht bei der Arbeit zu stören. Daher hoffe ich sehr, dass Allah meiner ganzen Familie den höchsten Lohn für ihre größte Unterstützung geben möge.


Dem Imam des islamischen Zentrums in Seattle bei Washington, Gamil Abdel Razik, habe ich wirklich sehr viel zu verdanken, zumal er mir freundlicherweise Bücher und Materialen besorgte, die mein Leben total änderten. Dem jungen und aufgeschlossenen Mann, Ahmed Mohamed Al Shubaily, möchte ich herzlich für seinen intensiven Einsatz


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zur Veröffentlichung dieses Buches danken. Allah möge ihm Gnade und Vergebung schenken und den besten Lohn geben. Meinen Brüdern in der Moschee vom Scheich Ibrahim bin Abdulaziz Al Ibrahim in Caracas in Venezuela bin ich zu großem Dank verpflichtet, wo ich zum ersten Mal ein neues Programm entwickeln konnte, um Nicht-Muslimen den Islam beizubringen, durch das noch viele Menschen zum Islam bekehrt wurden.


Während der Arbeit an diesem Buch setzte ich mich ausgiebig mit einigen wichtigen Fragen und Themen auseinander, die immer wieder von den Juden, Christen, Atheisten, Buddhisten und Hindus bei meinem Engagement für den Islam gestellt wurden.


Schließlich hoffe ich sehr, dass Allah jedem Menschen den richtigen Weg zeigen möge, der ihn dann mit Sicherheit zur absoluten Wahrheit führen wird.


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I. Einleitung


Katholisch wurde ich getauft und wuchs auch so tief davon überzeugt auf, dass ich fest glaubte, dass nur das Christentum die einzige und absolute wahre Religion und das Judentum nicht mehr als eine Vorphase für das Christentum war. Alle anderen Religionen waren selbstverständlich nicht wahr. Vom Islam hörte ich 1978 zum ersten Mal und auch von den Muslimen, die an eine gleiche heilige Wurzel für beide Religionen Juden- und Christentum geglaubt hätten. Überdies habe der Koran darauf verwiesen, dass Allah Seine Propheten an alle Menschen in der Welt mit dem Auftrag geschickt habe, sie zum richtigen Weg der Wahrheit zu führen.


Um der Katholizismus im Geiste und Herzen der Menschen gut verwurzelt zu sein, entwickelte die katholische Kirche in der Tat ein festes Programm, das die Menschen von Kindheit an grundlegend beeinflusst. Zudem wurden sie im Laufe ihres Lebens von diesem Programm stets begleitet und sind auch fest davon überzeugt. In seinem Mittelpunkt steht vor allem die Hauptfigur des christlichen Dogmas Jesus Christus von seiner Geburt im Dezember, wie man behauptet, bis seiner angeblichen Kreuzigung an Ostern. Die eindeutige Tatsache, dass diese Ereignisse und deren Einzelheiten erst nach mehreren Generationen nach Christus bekannt waren, stellt sicher unter Beweis, dass alles von Menschen frei erfunden ist und in gar keinem Zusammenhang mit Gott steht.


Nach der Tradition in Venezuela wartete ich immer am 24. Dezember um Mitternacht auf Jesus mit den Geschenken, die ich mir in meinem jährlichen Brief an ihn wünschte. Weil ich aus einer armen und kinderreichen Familie stammte, war es natürlich auf der einen Seite total schwer


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für das Christkind, mir alle Wünsche zu erfüllen. Auf der anderen Seite wunderte ich mich sehr darüber und war ratlos: Warum konnte Jesus mir kein Dreirad bringen? Wo doch die Pfarrer und Nonnen sehr häufig von seinen vielen Wundertaten sprachen. Es wäre doch für ihn viel einfacher, mir meinen Wunsch zu erfüllen, als Tote wieder zum Leben zu bringen. Auf diese Art und Weise enttäuschte mich das Christkind über viele Jahre.


Jedes Mal, wenn sich Ostern näherte, verfolgte ich aufmerksam die vielen Geschichten im Fernsehen über das Leiden Christi und dessen völlig unwürdige und ungerechte Misshandlung vor seinem Tode bis zum Annageln an einem Kreuz. Ich war so tief davon erschüttert, dass ich mir oft wünschte, ins Fernsehen hinein zu springen, um Jesus zu helfen. Außerdem bat ich auch Gott darum, ihm doch beizustehen und ihn „Seinen Sohn“ nicht kreuzigen zu lassen; allerdings hörte ich dabei immer auf, fernzusehen, und versteckte mich vor allen Menschen, um isoliert und bitterlich zu heulen, denn „Jungen weinen nicht“, so lernte ich und konnte überhaupt nicht nachvollziehen, warum man einen so guten Menschen so brutal behandelt hatte. In Wirklichkeit führt das aber mich zur wahren Liebe für diesen großen Propheten Gottes. Es empfanden andere Kinder auch Liebe für Jesus. Das geschah jedoch aus ganz anderen Gründen, die vielleicht mit den wunschgemäßen Geschenken und Spielen im sehr engen Einklang stehen, die sie zu Weihnachten erhalten hatten.


Falls das Ziel der katholischen Kirche sein sollte, die Katholiken dazu zu bewegen, Jesus sowohl zu lieben als auch zu verehren, dann hat sie es mit Sicherheit mit mir sehr erfolgreich erreicht: Ich lernte, eine so große Liebe für Jesus zu empfinden, die viel größer als die zu meinen eigenen Eltern war. Von Kindheit an stellte ich mir die Frage nach


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Gottes Macht, denn ich stellte mir vor, dass Gott übermächtig ist und alles machen kann, was Er will, zumal Er die ganze Welt, die Erde, die Sonne, den Mond, die Sterne und die Menschheit geschaffen hatte. Von daher konnte ich gar nicht verstehen und wunderte mich doch sehr darüber: Wieso konnte Gott Jesus nicht vor der Kreuzigung retten? Eines Tages wollte ich endlich einen Ausweg aus diesem Dilemma finden; deswegen kletterte ich auf eine kleine Mauer im Hinterhof meines Hauses und sprach Gott so direkt an: „Wenn Du tatsächlich allmächtig bist, und alles machen kannst, was Du willst, dann lass mich nicht hinfallen, sondern fliegen, wenn ich von der Mauer springe, sonst werde ich nicht mehr glauben, dass Du übermächtig bist, zumal Du Jesus auch nicht vor der Kreuzigung retten konntest.“ Zum Glück war die Mauer nicht so hoch, und ich fiel natürlich auf den Boden und blieb jedoch unverletzt, als ich von der Mauer sprang. Jedes Mal, wenn ich versuchte, zu fliegen, brachte mich mehr und mehr zu der festen Überzeugung, dass Gott weder übermächtig ist noch alles kann. So war leider meine naive Analyse als Kind von der ganzen Sache.


Als ich anfing, die Oberschule zu besuchen, erlaubten mir meine Eltern noch bei einem alten Photographen zu arbeiten und ihn überall zu begleiten. Neben seiner reichen Erfahrung als Photographen war er ebenso so bekannt mit der Gaukelei, dass er und ich überall von den jungen Frauen verfolgt wurden, die ihn andauernd nach ihrer Zukunft fragten. Hierbei war er ein großer Meister: Dabei zündete er seinen braunen Tabak an und zog tief daran, bis dessen Asche auf den Boden fiel. Danach fing er an, tief nachdenkend die Geheimnisse der Zukunft seiner Kunden zu lüften. Erstaunlicherweise griff er noch zur Hypnose als


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Wundermittel, um alle Geheimnisse der Kunden zu


erfahren. All diese Erfahrungen meiner Kindheit und Jugend blieben mir fest im Gedächtnis. Als meine Eltern in einem Spezialzentrum für Parapsychologie arbeiteten, ging ich mit ihnen mehrmals hin, um alles dort zu sehen. An diesem Ort konnte ich auch andere Begriffe wie Meditation, Spiritismus und Satanismus kennen lernen und dachte, dass die ganze Sache ein Gespräch zwischen den lebenden Menschen und den Geistern der Toten ist1, usw. Dort lernte ich ebenso, täglich vor einen kleinen von meinem Vater gut und sorgfältig gebauten Alter zu treten, um das Gebet zweimal zu verrichten. Er las sehr oft ein Buch mit dem Titel „Jesus Leben von Jesus selbst diktiert“ durch. Eines Tages schenkte mir der Chef des Zentrums einen Talisman, um mich zu schützen; deswegen trug ich ihn ständig bei mir. Währenddessen dachte ich wieder tief an Jesus Kreuzigung, und mein Vater erzählte mir – ausgehend von dem Buch, das er oft durchlas –, dass Jesus ebenfalls andere Orte weit


1 In Wirklichkeit sprechen die Toten mit den lebenden Menschen nicht; jedoch versuchen die Teufel auf der einen Seite, noch die Stimme der Toten nachzuahmen und dadurch mit den lebenden Menschen zu sprechen. Auf der anderen Seite spielen Koranrezitieren und Wiederholen von Gebet des Propheten Muhammad eine zentrale Rolle dabei, die Teufel zu verjagen und die Menschen von ihnen zu heilen. Das ist eben das eigentliche Wunder des Islam, denn jeder Muslim kann das allein tun, und niemand darf es nur für sich beanspruchen. Wer aber behauptet, die Teufel ohne Unterstützung Gottes oder mithilfe der Bibel zu vertreiben, der irrt sich gründlich, zumal alles nichts mehr als eine Abmachung mit den Teufeln oder deren Anhängern ist, die sich gegenseitig liquidieren.


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weg von Jerusalem besuchte, was mir in der Tat noch


Hoffnung auf die Frage der Kreuzigung gab. Als ich meine Schulbildung an der Oberschule abschloss, war ich überglücklich, da ich ein Stipendium bekam, um Technik in den USA zu studieren. Aber vor meiner Einreise 1977 erlebte ich noch etwas, was wirklich einen negativen Einfluss auf meinen christlichen Glauben ausgeübt hatte: Ich sah zwei Christen einem anderen Mann helfen, der gerade einen epileptischen Anfall auf der Straße bekam. Anschließend suchten sie nach Geld in seinem Portemonnaie und nahmen sich etwas davon1. Obwohl es sich dabei lediglich um einen Einzelfall handelt und mit der


1 In einigen Textstellen spricht die Bibel sehr deutlich davon, dass der Diebstahl und andere bösen Taten verboten sind, wie es in den zehn Geboten sind. In 2. Mose 20:1-17 heißt es: „Und Gott redete alle diese Worte: 'Ich bin der Herr, .. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen... Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, ... Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen... du sollst deinen Vater und deinen Mutter ehren, ... Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, ..., was dein Nächster hat.” Diese Gebote stimmen mit dem Koran völlig überein; jedoch verlieren sie noch ihre Wirkung, denn sie stehen mit anderen Stellen in der Bibel im krassen Widerspruch, die nicht nur zu deren Zurückweisung aufruhen, sondern auch zum völligen Gegenteil. Aber Allah ist sehr barmherzig; deswegen schickte Er der ganzen Menschheit Sein letztes Buch, den Koran, der allen anderen Büchern überlegen ist.


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Glaubwürdigkeit einer Religion im keinem Zusammenhang steht, daher für andere Menschen keine große Bedeutung haben mag, war ich doch sehr tief davon betroffen, zumal ich einmal meinen Vater meinen Bruder hart bestrafen sah, da er mit einem sehr kleinen Geldbetrag, so etwa 25 Cent nach Hause kam, den er auf der Straße gefunden hatte, ohne eine glaubhafte Erklärung abgeben zu können.


II. Meine Lebenserfahrungen in den USA


1977 reiste ich in die USA ein, um dort zu studieren. Zuerst begann ich, Englisch an einer Schule zu lernen, wo ich viele Menschen mit unterschiedlichen Religionen und aus verschiedenen Ländern der Welt traf. In Seattle bei Washington, wo die Schule war, lebte ich in einem Zimmer mit einem jungen Mann aus Saudi Arabien, der gerade an seinem Magister arbeitete. Ich glaube, sein Name war Fouad. Eines Tages fragte er mich, ob er sein Gebet im Zimmer verrichten durfte. Daraufhin sagte ich, dass es kein Problem wäre. Aber ich wunderte mich sehr über sein Gebet, da ich erstmals einen Muslim beten sah: Zuerst bereitete er sich sehr gründlich darauf vor, indem er sich die Hände im kleinen Becken des Zimmers wusch, anschließend spülte er den Mund mehrmals ab. Hinterher wusch er sich das Gesicht und die Arme1. Zum ersten Mal


1 Die Reinlichkeit ist ein integraler Bestandteil des Islam; daher hängt die Richtigkeit des Gebets vor allem von der Sauberkeit der Gebetsstätte, der Bekleidung und des Körpers und der kleinen Waschung ab. Überdies ist sie unerlässlich vor dem Koranrezitieren und wünschenswert vor dem Schlafen. Hingegen muss die große Waschung (Waschung des ganzen Körpers) nach


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sah ich eine Person seine Füße im kleinen Becken waschen, der eigentlich für die Hände gedacht ist. Nach dieser Waschung begann Fouad, einige Bewegungen und Rituale während des Gebets zu machen: Am Anfang stand er auf, dann kniete er sich nieder, anschließend neigte er sich zum Boden. Das erinnerte mich auch an unser Gebet in der Kirche, wo wir uns lediglich knien und beten; jedoch war Fouads Gebet eindeutig anders. Nach kurzer Zeit zog er um, und ich sah mehrere Monate lang keinen Muslim mehr beten.


Während der Pausen in der englischen Schule kamen die Studenten aus verschiedenen Ländern ständig zusammen und diskutierten über mehrere Themen, und ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass wir einmal über den Ursprung der Religionen und des Gebets sprachen. Dabei sagte ich


dem Geschlechtsverkehr und vor dem Freitagsgebet u. a. geschehen. Neben der Aufforderung zur Sauberkeit verlangt der Islam von den Muslimen, dass sie sich den Mund waschen, sich die Zähne putzen, sich die Finger- und Zehennägel abschneiden, die Haare der Achselhöhle und der Schamgegend regelmäßig entfernen, den Schnurbart scheren und das Parfüm benutzen. Zum Islam gehören ebenso die Sauberkeit der eigenen Häuser und Wohnungen sowie der öffentlichen Plätze, Straßen, Wege und sanitären Anlagen, die Abfallbeseitigung von Gehwegen und Straßen und der Schutz des sauberen Trinkwassers, der Natur, der Bäume und des Schattens. Tiere, die praktisch alles einschließlich Fäkalien fressen, darf der Muslim keineswegs essen. Wenn er all dies erfolgreich beachten kann, ist er sehr gläubig, fromm und hat eine sehr feste Beziehung zu Allah. Daher kann man mit Recht sagen, dass es keine andere Religion gibt, die der Reinlichkeit so große Bedeutung beimisst, wie der Islam


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ihnen: „Die Art und Weise, wie ihr betet, ist sicherlich die gleiche wie eure Vorfahren“, und fügte noch hinzu, dass die Sonne und die Sterne göttliche Verehrung bei ihnen genossen hätten. Von einer Generation zu einer anderen bis heute habe sich solche Tradition fortgesetzt. Daneben hätte ich eben begonnen, fast an Gottes Existenz zu zweifeln, aber meine katholische Wurzel habe mich wirklich vor Atheismus geschützt.


Eines Tages besuchte ich eine Moschee und es fiel mir auf, dass dort viele ihr Gebet ebenso wie Fouad verrichteten. Trotz der eisigen Kälte im Flur saßen alle Menschen noch auf dem Boden und hörten dem Imam zu, was mich dazu veranlasste, auch das gleiche zu tun. Dieser Imam, der Jamil Abdul-Razzaq hieß, kam aus dem Irak und hielt seine Predigt in englischer Sprache über Verleumdung, wobei er eine laute und emotionale Stimme hatte und allen Anwesenden tief in die Augen blickte, als ob eine Person von ihnen Verleumder wäre; allerdings wies er auf niemanden hin. Daher glaube ich, dass sein Ziel war, bei jedem, der dazu fähig wäre, Schuldgefühle auszulösen.


An diesem Tag bekam ich mehrere Handbücher in einem Kuvert, unter denen sich einige in erster Linie mit dem Vergleich zwischen Islam und Christentum befassten. Ich brauchte noch viel Zeit, um alles durchzulesen, da ich als Erstsemester an der Universität Oklahoma sehr beschäftigt war. Von diesen Büchern lernte ich vor allem, dass sowohl der Islam als auch Jesus Botschaft lediglich eine Offenbarung Gottes sind. Von seiner Seite betonte Jesus das ausdrücklich und sagte, dass diese Mission gar nicht von ihm, sondern nur von Gott stammt (John 12:49 – Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift, Martin Luther, Stuttgart 1971 –): „ …Denn ich habe nicht von mir selber geredet; sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein


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Gebot gegeben hat, was ich sagen und reden soll„. Das gilt auch für den Propheten Muhammad, der wirklich an die ganze Menschheit nur die Offenbarung vermittelte, die er von Allah über den Erzengel Gabriel bekommen hatte:


„Und er (der Koran) ist bestimmt eine Herabsendung vom Herrn der Welten, damit ist der vertrauenswürdige Geist (Gabriel) herabgekommen, auf dein Herz, damit du (Muhammad) einer von den Warnern bist„ (Koran 26:192-194 – Der Koran, Ahmad von Denffer, München 1996 –).


Der lauteren Wahrheit zufolge hängt aber die Glaubwürdigkeit jeder Religion und ihrer heiligen Herkunft einerseits davon ab, wie die wirkliche Botschaft Gottes der Menschheit genau übermittelt wurde. Andererseits hat der Abweichungsgrad von der Originalbotschaft Gottes an Seine Propheten einen ganz maßgeblichen Anteil an der Zuverlässigkeit der Religion. Demzufolge geht der Kern der Originalbotschaft sehr wohl für immer und ewig verloren, wenn sie in erster Linie geändert übermittelt wird. Ausgehend von dieser Tatsache können wir schließlich ein sachliches Urteil über die Originalität und die Authentizität, der Bibel oder des Koran abgeben, die natürlich von jeder vorgenommenen Änderung oder Ergänzung sowie Kürzung direkt abhängt. Hierin gründet meine Hoffnung, dass Allah mit meinem Buch jedem Menschen den Weg zur reinen Wahrheit zeigen möge.


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III. Die Evangelien


Das Neue Testament umfasst die vier bekannten Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, die erst zwischen den Jahren 70 und 115 n. Chr. aufgeschrieben wurden. Das bedeutet, dass es erst viele Jahrzehnte nach Jesus Himmelfahrt erfolgte. Außerdem beruhten die Evangelien besonders auf Dokumente und Quellen, die gänzlich verloren gegangen waren. In Rom wurde das erste Evangelium von Markus etwa im Jahre 40 nach Jesus Himmelfahrt fixiert. Die Evangelien von Matthäus, ca. im Jahre 90 n. Chr. und von Lukas, ungefähr im Jahre 80 n. Chr. wurden beide allerdings in griechischer Sprache geschrieben. Die Evangelien von Matthäus, ca. im Jahre 90


n. Chr. und von Lukas, ungefähr im Jahre 80 n. Chr. wurden beide allerdings in griechischer Sprache geschrieben. Diese Evangelien sind für ihre sehr vielen Gemeinsamkeiten bekannt, die daher rühren, dass sich beide auf verloren gegangene Dokumente und mehrere „Logien-Quellen“ stützen. Zwischen den drei älteren Evangelien und Johannes1 Evangelium bestehen in der Tat ganz erhebliche Unterschiede, zumal 'Johannes' von Jesus als Gottmenschen und seiner Präexistenz als Gott spricht, obwohl Jesus das überhaupt nicht gesagt hat. Dieses Evangelium wurde wohl zwischen den Jahren 110 und 115 n. Chr. schriftlich niedergelegt.


Im Grunde genommen wurden die Evangelien erst verfasst, nachdem sich die ersten Anhänger Jesus in mehrere Gruppe gespaltet hatten, wobei anscheinend der Zweck der


1 Johannes gehörte nicht zu Jesus Aposteln. Das erwähnte die Britische Enzyklopädie (Encyclopedia Britannica), an der über500 christliche Gelehrten mitwirkten. Über Johannes Evangelium sagte sie: „Es besteht kein Zweifel, dass es doch gefälscht ist”


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Evangelien ihre praktische Nutzung in der jeweiligen Gruppe war. Obwohl man bei der Niederschrift wirklich von traditionellen Quellen ausging, legten die Schreiber ständig – aus eigenen Interessen heraus – fast überhaupt garkeinen Wert darauf, sich an den Original-Überlieferungen ohne Ergänzung oder Streichung sowie jegliche Fälschung festzuhalten. Das wurde vom Koran mit aller Deutlichkeit vor mehr als 14 Jahrhunderten verkündet und wird seit dem


19. Jahrhundert von christlichen Gelehrten1 bestätigt. Es wäre noch zu erwähnen, dass es nicht nur die vier schon genannten Evangelien gibt, die doch erst nach Generationen von Jesus Himmelfahrt niedergeschrieben wurden, sondern


noch viele andere existieren: Die Evangelien von Jakob, von Peters, von Thomas, von Philippus und von Barnabas.


1 Der Britannica Enzyklopädie (Encyclopedia Britannica) zufolge wurden (Teil 2, S. 519-512) „in Wirklichkeit die wichtigen Änderungen, wie die Ergänzungen einiger Paragraphen oder deren Ersatz durch gänzlich neue Paragraphen, vorsätzlich vorgenommen.” In der Einleitung der katholischen Bibel, S. 13, wurde das auch bestätigt und gesagt, dass die Rolle der Schreiber sehr unverkennbar ist, da sie im Laufe der Jahhunderte zahlreiche Änderungen vornahmen, die sich so vermehrten, dass man am Ende lediglich eine schriftliche Endfassung des Textes voll von vielen Ergänzungen erhielt, die sich sehr deutlich in den unterschiedlichen Versionen zeigten. In der gleichen Richtung ist auch die Aussage von 32 christlichen Gelehrten voll unterstützt von 50 christlichen Institutionen in der Einleitung der völlig überarbeiteten Bibel-Version von König James (KJV) zu begreifen: „König James Bibel-Version enthält wirklich viele gravierende Fehler..... Diese Fehler sind eigentlich sehr grob und ebenso ganz folgenschwer....”


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Dazu kommt das Evangelium der Hebräer, das in Aramäisch, der Sprache Jesu, geschrieben war. Es wurde im Grunde von den Nazarenern benutzt, die Idee von Jesus als 'Gottmenschen' vehement ablehnten und ihn nur als einen der Propheten Gottes akzeptierten. Im vierten Jahrhundert nach Christus umfasste der Hauptbibeltext die vier Evangelien von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Von ihrer Seite erklärte die Kirche in dieser Hinsicht, dass es sich bei allen anderen existierenden Dokumenten lediglich um Ketzerei handelte, dennoch setzte sich immer der Prozess der Änderung und des Ersatzes in diesen Evangelien trotz der Bekanntgabe von „Gottes Wort“ so fort, dass sie im Laufe der Zeit weiterhin mit ganz anderen Texten erschienen. Das liefert gerade sehr deutlich den schlüssigen Beweis für die Fälschung der Evangelien.


Will man aber die Richtigkeit der vier anerkannten Evangelien und der beigefügten Briefe nachprüfen, so müssen sicherlich folgende Faktoren berücksichtigt werden:


1-Das Originalevangelium, das Gott Jesus offenbarte und auch im Koran1 erwähnt wurde, existiert heute ganz und gar nicht mehr. Davon fehlt in den gültigen Evangelien2 zumindest jede Spur.


1 Allah sagt über Jesus Folgendes im Koran: „..., und wir haben ihm das Indschil (das Evangelim) gegeben, in ihm Rechtleitung und Licht,” (5:46)2 Sowohl bei Markus als auch bei Matthäus wurde auch Folgendes erwähnt (14:9), (26:13): „Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.” Die wahren Informationen über die Lehre von Jesus-Evangelium sind in Wirklichkeit im Koran zu bekommen.


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2-Die ersten Aufzeichnungen, die Jesus Worte umfassten und erst kurz nach seinem Erheben zu Allah geschrieben wurden, gingen in der Tat verloren. 3-Die Niederschrift der Evangelien erfolgte erst zwischen den Jahren 70 und 115 n. Chr. nach vielen Jahrzehnten von Jesus Himmelfahrt, wobei sie aber auf den verloren gegangenen Dokumenten basierten, was man sicher zur großen Manipulation im Gehalt dieser Evangelien zählen kann. 4-Von den Schreibern der Evangelien sah niemand Jesus oder hörte ihn, da gar keine einzige Person von ihnen ein Zeitgenosse oder gar Augenzeuge von Jesus war. 5-Griechisch ist die Sprache, in der die Evangelien fixiert wurden, obwohl Jesus nur Aramäisch gesprochen hatte. 6-Alle existierenden Evangelien und ihre beigefügten Briefe wurden erst im vierten Jahrhundert, im Jahre 325 n. Chr., durch eine Minderheitsentscheidung des Konzils von Nicäa ausgesucht und bestätigt, da es bis dahin keine zentrale religiöse Machtinstitution vorhanden war. Ungeachtet ihrer verschiedenen Zugehörigkeit änderten die Schreiber der Evangelien vielmehr die Texte wesentlich nach eigenen Interessen und Bedürfnissen. Dieser Prozess dauert immer noch bis zum heutigen Tage an. 7-Das meiste Neue Testament wurde grundsätzlich von Paulus und seinen Schülern schriftlich niedergelegt. Paulus, der Jesus weder je sprechen sah noch ihn je hörte; stattdessen gehörte er gewiss zu den bekanntesten Feinden von Jesus Botschaft. Daher warf er Jesus Anhänger ins Gefängnis und tötete sie grausam (Apostelgeschichte 8:3, 9:1-2). Außerdem zwang er sie, grobe Lügen über Jesus zu bestätigen und zu verbreiten (26:11). Als er sich aber zum Christentum bekannte (9:26), „versuchte er, sich zu den


Aus Liebe zu Jesus Muslim geworden Jüngern (seinen Schülern) zu halten; und sie fürchteten sich alle vor ihm und glaubten nicht ein Jünger wäre. Barnabas aber nahm ihn zu sich und führte ihn zu den Aposteln.“ Das erfolgte aufgrund seiner Behauptung und seinem eigenen Geständnis1, dass er Jesus auf dem Wege nach Damaskus traf und mit ihm auch direkt sprach (Apostel. 9:3-8), ohne irgendeinen Beweis für diese Behauptung2 zu liefern (9:36). Plötzlich erklärte Paulus sich als einzigen Sprecher im Jesus Namen und ebenso damit beauftragt, die Menschen überall zum Christentum zu bekehren. Darüber hinaus warf er den älteren Schülern die Glaubensabweichung vor (1.


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1 Es gibt überhaupt gar keinen Beweis für Paulus Behauptung außer seiner Aussage, die selbst nach der Bibel weder Wert hat noch wahr ist (Paulus 3:15): „Wenn ich ein Zeugnis für mich ablege, dann ist sie nichtig.“ Von Paulus Geschichte gibt es verschiedene Versionen (Apostelgeschichte 9:7): „Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarrt; denn sie hörten die Stimme, aber sahen niemanden.“ In 22:9 ist hingegen die Rede davon: „Die aber mit mir waren, sahen das Licht; die Stimme aber des, der mit mir redete, hörten sie nicht.“ Paulus konnte sicher durch solche Behauptung sein Ziel erreichen, dass er mit Gewalt nie erreicht hätte: Jesu Botschaft seine Ideen überzustülpen und sie dann für die Propagierung paulinischer Ideen und Ziele zu missbrauchen. 2 Im Johannes ersten Brief (4:1) stand Folgendes: „Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind falsche Propheten ausgegangen in die Welt.“ Selbst Paulus gab zu, dass er das Lügen zum Mittel seiner Predigt einsetzte und in diesem Bezug sagte (Römer 3:7): „Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich dann noch als ein Sünder gerichtet werden?“


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Timotheus 6:20-21), die ohnehin nicht glaubten, dass er auch zu Jesus Schülern gehört. Auch über Barnabas, der zu ihm gut war und ihn unterstützte, behauptete Paulus (Galater 2:13): „ ..., so dass auch Barnabas verführt ward, mit ihnen (den Juden) zu heucheln.“ Paulus erteilte sich noch das Recht, gegen Jesus Lehre sowie das religiöse Gesetz1 zu handeln (Apostel. 21:20, Römer 7:6). Natürlich stieß er damit auf Widerspruch (Apostel. 19:30): „Da aber


1 In Matthäus wurde Folgendes gesagt (5:17-18): „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschehe.“ In Wirklichkeit setzte Paulus alles daran, alle Wünsche der Anderen zu erfüllen, um die meisten von ihnen zu gewinnen, auch wenn das auf Kosten der reinen Lehre Jesus war, die nur den richtigen Weg und keine Schmeichelei kennt. In diesem Sinne sagte Paulus (1. Korinther 9:19-23): „Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf dass ich ihrer viele gewinne. Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf dass ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie einer unter dem Gesetz – wiewohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin –, auf das ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden – wiewohl ich nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi –, auf das ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich geworden ein Schwacher, auf dass ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, auf dass ich einer teilhaftig werde.“


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Paulus wollte unter das Volk gehen, ließen es ihm die Jüngeren nicht zu.“ Auch an anderen Stellen wird dies bestätigt (2. Timotheus 1:15): „…, dass sich von mir gewandt haben alle, die in der Landschaft Asien sind,“ und


(4:16) „bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle.“ 8-Die ältesten weitgehend vollständigen Manuskripte der Bibel, die noch existieren, sind sicher die vatikanischen, sinaischen und alexandrinischen Manuskripte, die wissenschaftlich erwiesen auf die Zeit zwischen dem vierten und fünften Jahrhundert zurückgehen; man kann aber eigentlich nicht wissen, welche Änderungen an diesen Evangelien vor diesem Zeitpunkt vorgenommen wurden (da aus den früheren Jahrhunderten nur meist kleine Bruchstücke erhalten sind). Dabei darf man nie vergessen, dass sie in Griechisch fixiert wurden, obwohl Jesus lediglich Aramäisch gesprochen hatte. 9-Es gibt ganz erhebliche Unterschiede an verschiedenen Stellen unter den seit der Zeit zwischen der vierten und fünften Jahrhundert existierenden Manuskripten1. 10-Die Manuskripte und deren beigefügten Briefe enthalten sowohl gravierende Fehler als auch große


1 Viele Bibel-Fachexperten sprechen von der großen Problematik, dass es wohl einige tausend Bibel-Manuskripten gibt; trotzdem zweifelt man sehr an deren Bedeutung, zumal nicht „einmal zwei einheitliche Manuskripte“ gefunden werden konnten. Aus demVorwort zur internationalen Übersetzung des Neuen Testaments, „International Translation of the New Testament” geht hervor, dass „alle vorhandenen Exemplare des Neuen Testaments nicht einheitlich sind.”


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Diskrepanz1. Weiterhin gibt es rein gar keine Anzeichen dafür, dass sie von den angeblichen Autoren stammen könnten.


Auf diese 10 Tatsachen wurde hier hingewiesen, um grundsätzlich klarzustellen, dass das 'Neue Testament' eindeutig nicht das originale Evangelium ist; es ist nicht identisch mit der Botschaft, die Gott Jesus damals offenbart hatte und die Jesus verkündete. Daher können wir bestimmt betonen, dass die vier noch vorhandenen Evangelien und deren beigefügten Briefe mit Jesus Originalevangelium weder völlig noch teilweise übereinstimmen. Um den sicheren Nachweis für diese so klare Tatsache zu liefern, will ich nun auf folgende Grundprinzipien des Christentums ausführlich eingehen:


Das moderne Christentum basiert eigentlich auf dem NeuenTestament, in dem nicht nur mehrere radikale Änderungen, sondern auch so viele Ergänzungen vorgenommen wurden, dass jede neue Auflage sogar völlig andere Stellen enthält, durch die sie sich ganz deutlich von den älteren Auflagen unterscheidet. Außerdem sind einige Änderungen von so zentraler Bedeutung, dass sie geradezu zur Entwurzelung des christlichen Dogmas führen. Als Beispiel dafür sind die beiden einzigen Stellen über Jesus Erheben zu Gott in den Markus- und Lukas-Evangelien anzuführen, die nun


1 Robert Kehl Zeller sprach in seinem Buch „Die Authentizität der heiligen Bibel” ausgehend von den vielen fatalen Fehlern in der Bibel darüber, dass es überhaupt gar kein anderes heiliges Buch gibt, das so viele Änderungen, Fehler und Fälschungen hat, wie die Bibel. In ihrem Statement bestätigten William Muir und Laura Veccia Vaglieri dagegen die Authentizität des Koran” (S. Fußnote 1, S. 23).


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beseitigt wurden. Beide Passagen, die doch Schlüsselstellen für den Glauben an Jesu Erheben sind, wurden 1952 aus der völlig neu bearbeiteten Standardversion (RSV) getilgt. In Markus lautet es (16:19): „Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur rechten Hand Gottes.“ In Lukas wurde Folgendes erwähnt (24:51): „Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen <und fuhr gen Himmel>.“ Zurzeit wurden dieser Satz und die gesamte Schlusspassage aus dem Markus Evangelium getilgt. Hingegen wurde in Lukas 'nur' die Passage des Erhebens völlig gestrichen.


In Matthäus findet man folgende Stelle (16:27-28): „Denn es wird geschehen, dass des Menschen Sohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch: Es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis dass sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.“ Diese sehr wilden „Prophezeiungen“ entbehren wahrlich jeder Grundlage, zumal das gar nicht geschah. Jesus als Gottes Prophet verkündete sicher eine wahre Botschaft – schon daher kann diese Aussage nicht von Jesus stammen, sie ist also eine Fälschung.


Das Matthäus Evangelium enthält sehr viele Widersprüche, die Jesus über Peter gesagt haben soll (16:17-19): „Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben, und alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden


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lösen wirst, soll auch im Himmel los sein.“ Dann folgt kurz danach eine Stelle, die im direkten Widerspruch dazu steht (16:23): „Er (Jesus) aber wandte sich um und sprach zuPetrus: Hebe dich, Satan von mir! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“


Bezüglich der angeblichen Kreuzigung findet man ebenso sehr widersprüchliche Stellen in den Evangelien: In Matthäus 27:44 heißt es: „Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit gekreuzigt waren.“ In Lukas findet man Folgendes (23:39-40): „Aber der Übeltäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns! Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Fürchtest du dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?“ Hier findet man wohl den vollständigen Widerspruch: Dabei handelt es sich einerseits um einen Dieb, der über Jesus entsetzlich lästerte, während ein zweiter Dieb andererseits versuchte, Jesus noch stark zu verteidigen.


Neben diesen Stellen gibt es nachgewiesen noch sehr viele andere widersprüchliche, ja einander ausschließende Passagen in der Bibel, die den Rahmen meines Buches sprengen würden, wollte ich sie alle aufzählen.


Sämtliche Probleme der Änderungen, Ergänzungen und Widersprüche beziehen sich nicht nur auf das Neue Testament, sondern auch auf das Alte Testament1, das noch


1 Das ökumenische Vatikan-Konzil II (1962-1965) bestätigte in seinem Kommuniqué die Existenz solcher Fehler im Alten Testament: „Die Bücher des Alten Testaments zeigen sehr deutlich der Menschheit sowohl das Wesen von Gott und des Menschen als auch die Art und Weise, wie Gott ganz gerecht mit


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sehr viel davon hat. Um dieses Phänomen genau zu verdeutlichen, nenne ich hier nur kurz einige, die besonders eindeutig sind: (2. Könige 8:26): „Zweiundzwanzig Jahre alt war Ahasja, als er König wurde; ...“ In 2. Chronik 22:2 ist die Rede jedoch von einer anderen Altersangabe: „Zweiundvierzig Jahre alt war Ahasja, als er König wurde; ...“ In 2. Könige 24:8 lautet es: „Achtzehn Jahre alt war Jojachin, als er König wurde; und er regierte drei Monate und zehn Tage zu Jerusalem.“ In 2. Chronik 36:9 heißt es: „Acht Jahre alt war Jojachin, als er König wurde; und er regierte drei Monate und zehn Tage zu Jerusalem...“


In einem anderen Zusammenhang ist die Widersprüchlichkeit ebenso klar festzustellen: In 2. Samuel


6:23: „Aber Michal, Sauls Tochter, hatte kein Kind bis an den Tag ihres Todes.“ In einer anderen Stelle der gleichen Quelle findet man genau das Gegenteil (21:8): „Aber die beiden Söhne der Rizpa, der Tochter Ajjas, die sie Saul geboren hatte, Armoni und Mephiboscheth, dazu die fünf Söhne der Merab, der Tochter Sauls, die sie dem Adriël geboren hatte, dem Sohn Barsillais aus Mehola, nahm der König…“ Der Name Michal, der sowohl in der König Bibel-Version (KJV) als auch in der internationalen Übersetzung Jehovas vorgekommen war, wurde allerdings in der neuen amerikanischen Standardversion der Bibel


den Menschen umgeht. Obwohl diesen Büchern sehr viel fehlt und unvollkommen sind, gehören sie ganz gewiss zu den klaren Nachweisen für eine wirkliche Erziehung von Gott.“ Das bedeutet, dass sie unvollständig sind und Mängel aufweisen. In einer am 18.11.1983 vom Papst abgegebenen Erklärung lautet es: „Die Schreiber begangen fatale Fehler hinsichtlich der Bibeltexte.“ In Wirklichkeit verkörpert dieses Geständnis den unwiderlegbaren Nachweis für die Fälschung.


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1973 durch Merab ersetzt, um solche Widersprüche zu


vertuschen. Zu den wichtigen umstrittenen Themen in beiden Testamenten gehört mit Sicherheit die Frage, ob jemals irgendwo ein Mensch Gott gesehen hatte. In Johannes 1:18 lautet es: „Niemand hat Gott je gesehen; …“ Dies wurde auch im ersten Brief des Johannes 4:12 bestätigt: „Niemand hat Gott jemals gesehen.“ Darin liegt ein totaler Widerspruch zu Mose, der verschiedene Versionen darstellt


(1. Mose 32:31): „Und Jakob nannte die Stätte Pniel; denn, sprach er, ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet.“ In 2. Mose 33:11 heißt es: „Der Herr aber redete mit Mose, von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet.“ Eine zweite Stelle derselben Quelle berichtet von einer anderen Version (24:9-11): „Da stiegen Mose und Aaron, … und sahen den Gott Israels… Und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.“


Das gilt auch für die Frage, ob Jesus allein zum Himmel stieg, die sehr oft in verschiedenen Passagen anders gestellt wurde (Johannes 3:13): „Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn.“ In 1. Mose 5:24 lautet es ganz anders: „Und weil er (Henoch) mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, …“ In 2. König, 2:1 heißt es: „Als aber der HERR Elia im Wetter gen Himmel holen wollte, gingen Elia und Elisa vom Gilgal weg, …“ Das zeigt sehr deutlich, dass diese Frage völlig umstritten bleibt, zumal sie laut der Quellen der Bibel immer noch nicht geklärt wurde: War Jesus allein zum Himmel gestiegen oder gilt das auch für Henoch und Elia?


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Neben dieser großen Problematik gibt es noch die erheblichen Schwierigkeiten der Existenz von vielen Versionen des Alten Testaments mit völlig unterschiedlichem Gehalt wie die hebräische, die griechische und sumerische Fassung, wobei man die Tatsache nicht außer Acht lassen darf, dass die meisten Verfasser laut der Bibel total anonym sind. Nach einer französischen Version „ist die Bibel ein Werk für die Welt von einigen Schriftstellern und Herausgebern, die im Namen Gottes an ihre Völker sprachen, dennoch blieben die meisten von ihnen ganz anonym.“


Der Haltung des Islam der Bibel gegenüber basiert wirklich auf Gerechtigkeit und Fairness: Sie ist in der Tat ein wichtiges Buch, das aber das Wahre mit dem Falschen vermischt. Bei seinem Urteil geht der Islam in erster Linie von zwei grundlegenden Kriterien aus und zwar dem Koran (direkte Botschaften Gottes) und der Sunna (Sammlung der 'Hadithe' derjenigen Worte und Entscheidungen, die nicht direktes Wort Gottes waren) des Propheten Muhammad. Danach gilt alles als wahr, was die Bibel umfasst und invölliger Übereinstimmung mit beiden Quellen des Islam steht. Hingegen ist alles unakzeptabel, was diesen Quellen widerspricht. Daneben bezieht der Islam keine Stellung zu den Passagen in der Bibel, die weder im Koran noch in der Sunna erwähnt werden. Nach dem Islam sollen die Muslime an alle heiligen Schriften glauben, die Allah auf Seine Propheten und Gesandten wie Abraham, Moses, David, Jesus, usw. herab gesandt hatte, wobei kein Unterschied unter ihnen gemacht werden darf.


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IV. Die Glaubwürdigkeit des Korans


Der Koran – Allahs letztes Buch an die Menschheit – erfuhr sicherlich seit über vierzehn Jahrhunderten rein gar keinemenschliche Änderung1. Zudem blieb er immer unberührt. In einer Zeitdauer von etwa dreiundzwanzig Jahren offenbarte Allah ihn Seinem Propheten Muhammad in Abschnitten unterschiedlicher Länge, wobei er seinerseits sie sofort seinen Anhängern vortrug, die ihrerseits diese Stellen sowohl notierten als auch auswendig lernten.


1 In seinem Buch „The Life of Mohamed” (Das Leben von Mohamed) sagt der schottische Kritiker, William Muir, – er ist kein Muslim – Folgendes über den Koran: „Es gibt offenbar gar kein anderes Buch als der Koran, dessen Gehalt seit mehr als 12 Jahrhhunderten (jetzt 14) klar und unangetastet geblieben ist.” Diese Ansicht teilt auch Dr. Laura Veccia Vaglieri in ihrem Buch über den Islam „Apologia dell' Islamismo” (übersetzt von Munir Balabaky, S. 58): „Wir verfügen immer noch über einen anderen Beweis dafür, dass der Koran Allahs Wort ist: Der Korantext blieb klar und unangetastet im Laufe der Jahrhunderte zwischen seiner ersten Rezitation und heute. Wenn Allah es will, wird er ständig diesen Stand beibehalten, solange das Universium existiert.” Die Schriftstellerin fügte zum Schluß des Buches hinzu (gleiche Quelle S. 133): „Diese Widmung richtet sich an das liebe Buch, das sich weder durch seine Freunde noch seine Feinde oder die Intellektuellen sowie die Analphabeten gefälscht wurde. Die Zeit konnte rein gar keinen Einfluss auf dieses Buch ausüben, da es in seiner Originalform seit seiner Offenbarung von Allah an den letzten Propheten blieb, der wie alle anderen Propheten mit einer Mission kam, obwohl er weder schreiben noch lesen konnte.“


Aus Liebe zu Jesus Muslim geworden Überdies wies er auf die richtige Stelle von jedem Vers hin, um sie dann in die richtige Sure und auch in den ganzen Koran einordnen zu können. Auf diese Weise wurde er tatsächlich fixiert und von vielen hunderten Anhängern des Propheten auswendig gelernt. Aber der erste rechtgeleitete Kalif Abu Bakr erteilte Zaid bin Thabit den Auftrag nach dem Tode des Propheten, den Koran in einem einzigen Buch zu sammeln. Danach ließ der dritte rechtgeleitete Kalif Uthman bin Afan sieben Koran-Exemplare veröffentlichen und sie an die damaligen islamischen Zentren der Welt schicken. Das führte vor allem zur Aufrechterhaltung der Koran-Authentizität. Als weiterer Garant für seinen unabänderlichen Inhalt ist seine Existenz im arabischen Originaltext hervorzuheben. Außerdem kommt auch noch das ungewöhnliche Phänomen, dass es viele Millionen Menschen auf der Erde gibt, die den Koran sehr genau auswendig lernten. Darüber hinaus darf man nicht die völlige Übereinstimmung aller Ausgaben – gedruckt oder als Handschrift – außer Acht lassen, die ebenso die Authentizität des letzten heiligen Buches Allahs an die Menschheit bekräftigen.


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Der ganze Koran stammt nur vom Allah; daher ist er bestimmt Sein authentisches Buch in Wort und Laut ohne jegliche Ergänzung oder Änderung. Wenn Allah im Koran sagt, „Sag: Er ist Allah, einzig“(112:1), kann der Prophet Muhammad aus diesem Grunde nichts ändern und muss es nur wiederholen: „Sag: Er ist Allah, einzig“. Hingegen gelten die Hadithe des Propheten – die zweit-wichtigste Quelle der islamischen Scharia – als Allahs Offenbarung lediglich in Gehalt; jedoch nicht im Wortlaut; deswegen wurden sie vom Koran getrennt und in eigenen Büchern gesammelt und aufgeschrieben.


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Die Bibel hingegen verkörpert sicher eine große Mischung aus Gottes Wort, vermeintlichen Aussprüchen einiger Propheten und schließlich gefälschten Worten anderer Menschen.


Wer den Koran gründlich liest, wird auf jeden Fall zum klaren Ergebnis kommen, dass er sich grundsätzlich auf die Tatsache konzentriert, dass Allah einzig ist.


Mag wohl sein, dass einige Menschen – wie ich früher – fest glauben, dass dieses Buch über den Propheten Muhammad und seine Groß- und Wundertaten spricht; aber das Gegenteil ist der Fall: Vielmehr will der Koran die Menschheit wirklich dazu aufrufen, an Allah als einzigen Gott fest zu glauben, ihn zu verehren, und sowohl Seine Gebote als auch Seine Verbote zu befolgen. In diesem Sinne sind Allahs Worte im Koran über Muhammad als Seinen Propheten zu verstehen: „Und Muhammad ist nichts als ein Gesandter, schon vor ihm sind die Gesandten davongegangen. Und wenn er stirbt oder getötet wird, macht ihr kehrt auf euren Fersen? Und wer auf seinen Fersen kehrtmacht, so schadet er sicher nicht Allah, aber Allah wird es den Dankbaren vergelten.“ (3:144)


In einer anderen Stelle ist auch die Rede von Muhammad über seine äußerst mageren Möglichkeiten: Ohne Allahs Willens kann er sogar sich selbst nicht mehr nutzen: „Sag: Ich habe für mich selbst Macht zu Nutzen und nicht zu Schaden, außer was Allah will, und wenn ich Bescheid wüsste über das Verborgene, hätte ich bestimmt viel des Guten gehabt, und das Schlechte hätte ich nicht angerührt. Ich bin nur ein Warner und ein Ankünder für Leute, die glauben.“ (7:188) Daneben gibt es in der Tat andere Stellen im Koran, wo Allah nicht nur Kritik an Seinem Propheten Muhammad übte, sondern ihn auch tadelte. Dabei handelt es


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sich z. B. um die Geschichte eines blinden Mannes, der das Gespräch mit dem Propheten suchte, um mehr über den Islam von ihm zu erfahren, während sich der Prophet aber dem Gespräch mit den Vertretern der Oberschicht in Mekka widmete, weil er sie vom Islam überzeugen wollte. Dieser Mann unterbrach dennoch den Propheten, der ihn deshalb ignorierte, da er sehr sicher war, dass der rechtgläubige Mann doch warten muss, bis der Prophet andere Menschen gewinnt. (88:1-11)


Neben den eben erwähnten Stellen findet der Leser im Koran andere Passagen, in denen Allah Seinen Propheten Muhammad mit allem Nachdruck warnte und ihm sogar mit dem Tode drohte, falls er etwas von Allah sagen sollte, was Er nicht ausgesprochen hatte: „Und wenn er sich gegen Uns manche Redereien ausgedacht hätte, bestimmt würden Wir ihn bei der Rechten ergreifen. Dann, bestimmt, würden Wir ihm die Hauptschlagader durchschneiden, und von euch ist nicht einer, der daran hindert.“ (66:44-47)


Seine ungläubigen Gegner mühten sich wiederholt, dem Propheten Muhammad vorzuwerfen, den Koran frei erfunden zu haben. Daraufhin forderte sie Allah dazu heraus, ein ähnliches Buch zu schreiben. Darüber berichtet ER im Koran: „Sag: Wenn sich die Menschheit und die Dschinn dazu zusammentäten, dass sie etwas diesem Koran Gleiches brächten, - sie bringen nicht ihm etwas Gleiches, und wenn die einen von ihnen den anderen Beistand gäben.“ (17:88) In einer anderen Stelle wurde Folgendes gesagt: „Oder sagen sie: �Er hat ihn (den Koran) sich zusammengereimt�? Vielmehr glauben sie nicht. Also sollen sie mit einem Bericht seinesgleichen kommen, wenn sie Wahrhafte sind.“ (52:33-34) Als die Ungläubigen aber scheiterten, forderte Allah sie noch dazu heraus, lediglich zehn Suren zu verfassen: „Oder sie sagen: �Er hat ihn (den


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Koran) sich ausgedacht.� Sag: Dann kommt mit zehn Suren, seinesgleichen, ausgedacht und ruft, wenn ihr könnt, anstelle Allahs, wenn ihr wahrhaft seid.“ (11:13)


Da es den Ungläubigen doch nicht gelang, forderte Allah sie noch mal dazu heraus, nur eine einzige Sure zu schreiben: „Und wenn ihr in Zweifel seid über das, was Wir auf unseren Knecht herabkommen ließen, dann kommt ihr mit einer Sure von seinesgleichen und ruft eure Zeugen außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid. Und wenn ihr es nicht tut – und sicher tut ihr es nicht – dann fürchtet das Feuer, dessen Brennstoff die Menschen und die Steine sind, vorbereitet für die Glaubensverweigerer.“ (2:23-24) In einer anderen Stelle lautet es: „Oder sie sagen: �Er hat ihn (den Koran) sich ausgedacht.� Sag: Dann kommt mit einer Suren, seinesgleichen, und ruft, wenn ihr könnt, anstelle Allahs, wenn ihr wahrhaftig seid.“ (10:38) Obwohl sich die damaligen Ungläubigen – die Feinde des Islam – sogar durch ihre unvorstellbare Beherrschung des Arabischen als ihrer Muttersprache auszeichneten, gelang es ihnen nie, den Koran in irgendeiner Weise nachzuahmen oder einmal eine ähnliche Sure zu verfassen. Hätten Sie aus dieser Erfahrung den richtigen Schluss gezogen – nämlich, dass der Koran Allahs Wort ist - so hätte diese Erkenntnis ihnen sicher sehr viel Zeit und große Mühe sparen können – stattdessen plagten sie sich weiter mit der Bekämpfung des Islam.


Wer den Koran durchliest, wird leicht feststellen, dass er im Gegensatz zur Bibel frei von Fehlern ist und in gar keinem Widerspruch zum Geist oder zur Wissenschaft steht. In diesem Zusammenhang sagt Allah im Koran: „Bedenken sie nicht den Koran? Und wenn er von einem anderen als Allah wäre, bestimmt hätten sie darin viel Widerspruch gefunden.“ (4:82) Außerdem erkennt man, dass dieses


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Buch, das Allah vor über vierzehn Jahrhunderten Seinem analphabetischen Propheten Muhammad offenbarte, schon von Erkenntnissen spricht, zu denen die Wissenschaftler erst in der Neuzeit mithilfe von komplizierter und hochmoderner Technik und aufgrund von sehr vielen mühevollen und eingehenden Forschungen kamen.


In diesem Rahmen stellt Allah z. B. im Koran die kleinsten Details der Erschaffungsphasen des Menschen dar: „Und Wir haben schon den Menschen geschaffen aus einem Auszug aus Lehm, dann haben Wir ihn als Samentropfen gemacht, in einem sicheren Ruheplatz. Dann haben wir den Samentropfen als anhaftendes Blutgebilde geschaffen, und Wir haben das anhaftende Blutgebilde als Fleischgebilde geschaffen, und Wir haben das Fleischgebilde als Knochen geschaffen, und Wir haben die Knochen mit Fleisch bekleidet, dann haben Wir ihn als eine andere Schöpfung ins Leben gerufen, und segenreich ist Allah, der beste Schöpfer.“ (23:12-14)


Der Koran gibt auch viele Informationen über die Schöpfung des Universums und des Urknalls: „Und sehen nicht diejenigen, die den Glauben verweigern, dass die Himmel und die Erde beide etwas Zusammenhängendes waren, dann haben Wir beide zertrennt, und Wir haben aus dem Wasser jedes lebendige Ding gemacht? Also glauben Sie nicht?“ (21:30) Das war in der Tat auch das Hauptthema, wofür der Nobelpreis im Jahre 1973 verliehen wurde. Hinzu kommt, dass es in der modernen Naturwissenschaft eindeutig nachgewiesen wurde, dass das Zytoplasma, das 80% des Kernplasmas verkörpert, aus Wasser (H2O) besteht. Solche absolut wichtige Erkenntnisse, von denen der Koran bereits vor etwa vierzehn Jahrhunderten gesprochen hatte und nur einem


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Analphabeten1 offenbart worden waren, liefern zweifellos den schlüssigen Beweis dafür, dass der Koran Allahs Wort und Muhammad Sein Prophet ist.


V. Jesus Leben und Botschaft


Über Jesus erste Lebensjahre wissen wir immer noch sehr wenig; jedoch ist es uns doch ganz bekannt, dass seine Mutter, die Jungfrau Maria, ihn auf die Welt in Palästina brachte. Alle Muslime glauben ganz fest an ihn als Allahs Propheten und schätzen ihn sehr hoch, zumal er laut Koran zu den größten Propheten Allahs gehört. Der Kern seiner Lehre beruht vor allem auf den Glauben an einen einzigen Gott und an die Nächstenliebe für die ganze Menschheit. Er vollbrachte sehr viele Wundertaten, dennoch schrieb er sie keineswegs sich selbst zu, sondern Allahs Willen.2 Davon


1 In diesem Zusammenhang sagt Allah im Koran Folgendes: „Und du hast nicht vorher aus einer Schrift verlesen und sie nicht aufgeschrieben mit deiner Rechten, sonst hätten bestimmt die Taugenichtse Zweifel gehabt.” (29:48) 2 Trotz Jesus klarer Worte über seine Wundertaten, dass sie nur Gott zuzuschreiben sind, beharren die angeblichen Christen doch darauf, Jesus Lehren nicht zu folgen. Daher behaupteten sie, dass diese Taten wohl der Hauptgrund für ihren Glauben an Jesus als Gottmensch sind. Aber man muss ihnen die berechtigte Frage stellen, warum das doch nicht für Moses gelten sollte, obwohl er eine Bahn ins Meer schlagen konnte (2. Mose 14:16-29), und sich sein Stock von seiner Natur und Eigenschaft als Holzstück ins Reich der Tiere umwandelte (2. Mose 4:2-5). Danach wäre Josua auch Gottmensch, zumal er der Sonne und dem Mond den Stillstand befahl, die ihm folgten (Josua 10:12-13). Das würde ebenso auf Elia zutreffen (1. Könige 17:20-22), denn er konnte


Aus Liebe zu Jesus Muslim geworden berichtet er noch in Johannes (5:30): „Ich kann nichts von mir selber tun.“ Weiter lautet es in Lukas (11:20): „Wenn ich aber durch Gottes Finger die bösen Geister austreibe,...“ Jesus richtete sich ständig nur an Gott, Schöpfer der Himmel und der Erde und bat Gott darum, ihm ebenso dabei zu helfen, die Wundertaten vollzubringen.



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